Zusatzstoffe und ihre Bedeutung
6. Nov 2005 • Rubrik ErnährungAls Zusatzstoffe sind auf der Verpackung die künstlich beigefügten Vitamine, sowie Farbstoffe und Konservierungsstoffe anzugeben. Konservierungsstoffe werden oftmals auch mit dem schönen Begriff “Antioxidantien” umschrieben. Welche Substanzen als Zusatzstoffe zugelassen sind, ist europaweit in EG-Zulassungsverordnungen geregelt. Die Stoffe werden deshalb auch häufig nur als “EG-Zusatzstoffe” betitelt.
Das Angebot an Farb-und Konservierungsstoffen ist reichhaltig. Leider verschweigen viele Hersteller, welchen Chemie-Cocktail sie anmischen. Das ist formal korrekt, denn bei Packungen bis zu 10 Kilogramm Inhalt dürfen sämtliche Zusätze mit der einen Bezeichnung “EG-Zusatzstoffe” zusammengefasst werden. Je verbraucherfreundlicher ein Hersteller ist, um so mehr wird er diesen Begriff aufschlüsseln.
Als Antioxidantien sind zugelassen:
E 300, E 303, E 304 (alle drei sind Ascorbinsäuren), E 320, E 321, E 302, E 312, E 301, E 311, E 310, E 306 (bezeichnet ein stark tocopherolhaltiges Extrakt natürlichen Ursprungs), E 307, E 308, E 309 (alle drei sind synthetische Tocopherole)
Ascorbinsäure ist der chemische Name von Vitamin C, Tocopherol steht für Vitamin E. Diese Vitamine werden auf der Verpackung oftmals offen ausgewiesen.
Als Aromastoffe und appetitanregende Stoffe sind zugelassen:
“Alle natürlich vorkommenden Stoffe und die ihnen entsprechenden synthetischen Stoffe”
Als Bindemittel, Fließhilfsstoffe und Gerinnungshilfsstoffe sind zugelassen:
E 330 (Zitronensäure), E 470, E 516, E 551a (Kieselsäure), E 551b, E 551c, E 552, E 554, E 558, E 559, E 560, E 561, E 562, E 563, E 565, E 566, E 599
Als Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungs- und Geliermittel sind zugelassen:
E 406, E 400, E 403, E 404, E 482, E 466, E 407, E 499, E 460a, E 486, E 462, E 422, E 484, E 412, E 414, E 464, E 418, E 463, E 410, E 402, E 322E 421, E 465, E 461, E 460, E 472, E 477, E 471, E 401, E 470, E 481, E 440, E 450b, E 496, E 475, E 497, E 432, E 433, E 434, E 435, E 436, E 405, E 420, E 493, E 494, E 495, E 491, E 492, E 480, E 483, E 411, E 413, E 415, E 473, E 474
Als Farbstoffe sind zugelassen:
E 142 (Brillantsäuregrün, ein Natriumsalz), E 131 (Patentblau V, ein Calciumsalz) sowie “alle Stoffe, die in gemeinschaftlichen Vorschriften zur Färbung von Lebensmitteln zugelassen sind, außer Canthaxanthin (…)” Anmerkung: Canthaxanthin (E 161g) ist ein Farbstoff, der an Geflügel, Lachse und Forellen verfüttert werden darf und so in die Nahrungsmittel allgemein gelangt. Lachs wird durch ihn schön rosa und Eidotter gelber. Wird im Körper von Mensch und Katze abgelagert.
Zu den Lebensmittelfarbstoffen, die auch in Katzenfutter verwendet werden, gehört E 172 (Eisenoxid für gelbe, rote, schwarze Färbungen, u.a. für Oliven und Süßwaren).
Als Konservierungsstoffe sind zugelassen:
E 295, E 284, E 296, E 263, E 333, E 238, E 327, E 282, E 203, E 330 (Zitronensäure), E 260, E 297, E 214, E 215, E 218, E 219, E 216, E 217, E 261, E 332, E 326, E 283, E 202, E 270, E 331, E 262, E 237, E 222, E 223, E 337, E 325, E 250, E 281, E 201, E 335, E 338, E 280, E 507, E 513, E 200, E 334
Als Säureregulatoren sind zugelassen:
503, 510, 503, E 170, E 341, E 526, 529, E 341, 540, E 340, 296, 500, E 450(a), E 339, E 340, 501, E 525, E 339, 500, 524, E 350, 500, E 450(b), E 507, E 513, E 340, E 339
Als Spurenelemente sind zugelassen:
E2 (Jod), E 7 (Molybdän), E 8 (Selen)
Was sagen uns nun diese langen Listen? Natürlich wird nicht alles Zulässige tatsächlich in Katzenfutter zu finden sein. Aber die Auflistung macht hoffentlich deutlich, dass es mit dem kurzen Verpackungshinweis “mit EG-Zusatzstoffen” nicht getan sein kann.
Nicht in jedem Fall verbirgt sich hinter einer E-Nummer eine “böse” Chemikalie, wie die Vitamine C und E unter den Antioxidantien beispielhaft zeigen. Die Hersteller führen diese nicht mit Kürzel, sondern namentlich auf – klar, Vitamine haben ja auch einen guten Ruf! Dass man dies von anderen E-Zusätzen nicht sagen kann, hat auch mit der Verschleierungstaktik der Hersteller zu tun.
Es kann nur im Interesse sowohl der Verbraucher als auch der seriösen Futterindustrie liegen, detailliertere Zutatenlisten vorzulegen. Nichts wäre für die Hersteller einfacher, als diese Daten freiwillig von sich aus zu liefern. Auf einigen hochwertigen Futtersorten werden bereits recht offene Angaben gemacht.
Letztes Update: 6.11.2005

