Werbung

katzcom.de - Online-Magazin rund um die Katze

Futter selbst zubereiten

4. Nov 2005 • Rubrik Ernährung

Katzenhalter, die industriell hergestelltem Futter misstrauen, wollen nicht selten ihre Lieblinge selbst bekochen. Allerdings ist es nicht ganz einfach, ausgewogen zu kochen und den Nährstoffbedarf des Tieres voll abzudecken. Da es kaum verlässliche, geprüfte Rezepte für die Eigenproduktion von Katzenfutter gibt, werden an dieser Stelle keine Kochrezepte empfohlen. (Einige Rezepte gibt es hier – ohne Gewähr!)

Ein paar allgemeine Regeln seien aber genannt:

Wer rohes Fleisch verfüttern will, sollte zu Muskelfleisch vom Rind oder Schaf greifen. Geflügel und Schweinefleisch muss gekocht werden, um das Tier vor Salmonellen (Geflügel) und Aujeszky-Viren (Schwein) zu schützen. Hin und wieder ist zu lesen, Salmonellen seien wegen der Magensäure der Katze vermutlich kein Risiko. Ausprobieren muss man das aber wohl nicht.

Gegen das Verfüttern rohen Fleisches spricht außerdem das Toxoplasmose-Risiko. Diese Infektionskrankheit wird durch den einzelligen Parasiten Toxoplasma gondii übertragen. Die meisten Infektionen verlaufen beim Menschen unbemerkt, bei Schwangeren sind Fehlgeburten oder Missbildungen des Ungeborenen möglich. Die Katze ist potenzieller Hauptwirt des Parasiten. Über Kot und rohes Fleisch können sich die Tiere infizieren.

Praktisch ausgeschlossen ist es dagegen, dass die Katze Bandwürmer bekommt, weil sie rohes Fleisch aus dem Lebensmittelhandel frisst. Bandwürmer drohen eher freilaufenden Katzen, die befallene Mäuse erjagen.

Geflügel darf nicht mit Knochen serviert werden, weil diese splittern und die Katze verletzen können. Innereien sollten generell gekocht werden, Leber sollte wegen hoher Vitamin A-Werte nur gelegentlich in den Napf kommen.

Um das Fleisch mit Fett anzureichern, bieten sich Maiskeim-, Weizenkeim- oder Sonnenblumenöl an, weil sie vergleichsweise leicht verdaulich sind.

Vorsicht bei Fisch! Grundsätzlich kochen oder dämpfen und sorgfältig entgräten. Nie roh füttern, weil Fisch ein Enzym enthält, das Vitamin B1 zerstören kann.

Eigelb darf einmal wöchentlich roh verzehrt werden, Eiweiß aber nur gekocht. Rohes Eiweiß enthält ein “Antivitamin”, das Biotin (Vitamin H) bindet.

Schwierig ist es, durch selbst zubereitetes Futter die richtige Balance von Kalzium zu Phosphat zu erreichen. Das richtige Verhältnis beträgt 1,2 : 1 bei ausgewachsenen Katzen, 2 : 1 bei Jungtieren. Muskelfleisch und Innereien bieten viel Phosphat, aber zu wenig Kalzium. Dem Mangel kann durch Milchprodukte, rohe Knochen oder zur Not durch Zusatzpräparate begegnet werden. Nach geeigneten Präparaten sollten sie ihren Tierarzt fragen.

Letztes Update: 4.11.2005

Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtGeht soInteressantGut!Sehr gut!! (Noch unbewertet)
Loading ... Loading ...

Möchten Sie kommentieren?

Clicky Web Analytics